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ESCAPE THE TRUTH
Episode 001
writen by EMMA

In Little Winchester fegten die Blätter über die leeren Straßen. Es war bereits stockfinster geworden und Cornelia lief immer schneller, um schnellst möglichst nach Hause zu gelangen. Zu dieser späten Stunden trauten sich meist kaum mehr Leute auf die Straße, da in Little Winchester doch immer wieder eine leicht gänsehauterregende Stimmung in der Luft lag. Auch Cornelia wollte keineswegs mehr hier sein. Doch sie hatte sich verspätet und war erst eine Stunde später von ihrer Arbeits stelle fortgegangen, als sonst. Als Cornelia fast die Hälfte der langen Mentgorry-Street durchquert hatte, peitschte ihr der Wind ins Gesicht und hinderte sie am weitergehen. Sträubend kämpfte sie dagegen an und rannte los. Ihre Schritte hallten an den Häusern wider, fast wie in einer verlassenen alten Geisterstadt. Doch Little Winchester war doch keine Geisterstadt! Nein, niemals! Cornelia hatte noch nie an diesen ganzen Unfug geglaubt, und auch nicht daran dass alle von dieser verfluchten Mansonerry-Street redeten. Deshalb ging sie auch ohne Angst und Furcht in diese besagte Straße. Was war schon dabei?, dachte sie. Sie lief die ersten Schritte und bereute es sofort. Sie blieb stehen und schaute sich um. Etwas stimmte nun überhaupt nicht mehr. Ihre Nackenhaare stellten sich auf und eiskalter Schauer strich ihr über den Rücken, wie ein kalter Schauer der sich langsam seinen Weg hinabbahnte. Gerade noch so, voller Mut und Furcht, stand sie nun da, schlotternd und die Arme um sich geschlungen, wie ein armes verängstigtes kleines Mädchen dass sich versteckt hatte. Warum konnte sie sich gar nicht erklären. Aber es passierte einfach, obwohl sie eben noch total furchtlos gewesen war. Die alten Häuser in der Straße kamen Cornelia aufeinmal merkwürdig vor. Die Fensterläden bewegten sich im Wind und quietschten.
Einer der vielen Fensterläden schlug etwas zu laut an eine der Hauswände, so, dass Cornelia zusammenfuhr vor Schreck. Sie fing an zu rennen. Wollte nur noch nach Hause! Denn allmählich glaubte sie doch, dass hier etwas nicht stimmte. Aber sie kam nicht weit. Cornelia tat in dieser Sekunde ihren letzten Atemzug. Jedenfalls den letzten, den man von ihr jemals hörte. Der Himmel in dieser Nacht verdunkelte sich nocheinmal mehr als zuvor und dann, war nur noch Cornelias Schrei zu hören, der die ganze Nacht erfüllte.

"Emma, kochst du mir etwas zu Essen?" Thomas stand quängelnd hinter Emma. "Ja klar, Kurzer. Ich mache uns schnell was zu essen." Sie stand auf und klopfte ihrem kleinen Bruder zärtlich auf den Kopf. "Aber deck du solange schonmal den Tisch." "In Ordnung." Thomas fing an den Tisch zu decken und Emma bruzelte das Mittagessen. Nachdem Thomas relativ schnell damit fertig war, schaltete er ungeduldig auf das Essen wartend, das Radio an um dem Moderator zu lauschen. "Guten Mittag, Little Winchester! Hier spricht ihr Moderator Charles Standerfour. Auch heute gibt es wieder erstaunliche Neuigkeiten aus unserem kleinen Örtchen. Jetzt kommen die Nachrichten!" Thomas setzte sich vor das Radio und lauschte erneut. "Heute morgen wurde die junge Cornelia Westbury, 24 Jahre alt, von ihrer Familie als vermisst gemeldet." Emma starrte zum Radio. "Dreh bitte mal lauter, Thomas." "Die Eltern sagen, sie sei in der verganenen Nacht nicht nach Hause gekommen." Emma war zum Radio gestürmt und hatte es ausgeschaltet. Wütend starrte sie zu Boden. "Was ist denn losmit dir?" schrie ihr Bruder. "Genau das Gleiche ..." wisperte sie. "WAS?" "Es ist genau das Gleiche wie damals! Genau das Gleiche! Mom und Dad verschwanden genau heute vor 5 Jahren ..." brüllte Emma. "Wa-Was??" Damit hatte Thomas nicht gerechnet. "Ist das nicht merkwürdig? Genau am selben Tag. Ich verstehe das einfach nicht. Wo sind ... Mom und Dad? Sind sie am selben Ort wie dieses Mädchen jetzt?" Emma schluchzte nur noch und schlug sich die Hände vors Gesicht. Ganz plötzlich kam der ganze Schmerz der schon seit Jahren auf ihr lag wieder hoch. Thomas nahm seine Schwester in den Arm und versuchte sie still zu trösten.
In der darauffolgenden Nacht schliefen beide nicht gut. Man hörte den kleinen Thomas leise im Schlaf weinen. Und auch Emma erging es nicht besser, denn sie lag die ganze Nacht wach.
Am nächsten Morgen machte sich Emma fertig für die Schule. Als sie den fünfminütigen Schulweg hinter sich gelassen hatte, ging sie schnurstraks, ohne jeden Umweg, in ihren Klassenraum. Sie hatte keine Nerven Freunde oder Lehrer zu begrüßen. Sie ging einfach an jedem der ihr über den Weg lief schweigend vorbei. Selbst als ihr viele irritierte, und teilweiße auch beleidigte Blicke schenkten, interessierte es Emma nicht. Als sie angekommen war lies sie ihre Tasche auf den Tisch fallen und setzte sich. Sie wandte ihren Blick zum Fenster und schaute hinaus. Auf das Schultreiben drausen auf der Straße. Wie sie sich alle freuten und so glücklich schienen. Emma konnte seit gestern nicht mehr lachen. Nein, eigentlich schon seit 5 Jahren nicht mehr. Seitdem ihre Eltern weg waren, war einfach alles aussichtslos geworden. Wie sollte ein Kind nur ohne Eltern großwerden? Emma wusste darauf keine Antwort und sie schien sich auch nicht zu finden. Es gab keine. Wie konnte Thomas das nur alles verkraften? Er schien in Emmas Augen zwar innerlich stärker zu sein als sie, aber er leidete genauso wie sie. Das sah sie ihrem kleinen Bruder jeden Tag an.  Als Emma immernoch in ihren Gedanken schwelgte, näherte sich ihr ein Mädchen ganz langsam. Sie tippte ihr auf die Schulter. Emma wollte jetzt nicht gestört werden und wollte sich schon fluchend umdrehen, doch als sie Maria erblickte, schwieg sie. Maria sah sie mit einem durchdringenden Blick an und sagte zu ihr: "Komm, ich muss mit dir reden."

   

ESCAPE THE TRUTH
Episode 002
writen by MARIA

Die Beiden suchten sich eine ruhige Ecke im Klassenraum und Emma schaute genervt und doch etwas Neugierig in Marias Richtung. Diese schaute zurück und fing dann das Erzählen an, "Du hast doch sicher auch gestern die Nachrichten gehört, von einen Mr. Standerfour kam doch die Nachricht dass ein Mädchen verschwunden sei", sprach sie sachte und ruhig. Emma erschauderte als sie an gestern dachte und nickte leicht, "Nun dann wird es dir sicher auch nicht entfallen sein, dass es sich alles in der Mansonerry-Street abgespielt hat." Emma konnte nun nur noch sehr leicht nicken und ihre Augen wurden bei dem Versuch nicht daran zu denken, glasig. Maria schaute ihr kurz, während sie redete, in ihre Augen und hörte schlagartig auf, "Oh ... sorry, ich wollte deine alten Wunden nicht noch weiter aufreißen." Sprach sie behutsam und legte Emma eine Hand auf ihre Schulter. Diese sah sie mit leeren Augen an, blinzelte und sah sie wieder scharf. Dann sprach sie, "Wir müssen es aufhalten, es darf sich nicht wiederholen, dass vor-" ihre Stimme brach ab und dann lag sie bei ihrer Freundin im Arm und weinte.

Nach dreieinhalbstunden Plage durch die Lehrkräfte, welche verzweifelt versuchten die Klasse davon zu überzeugen dass es wichtig sei etwas zu lernen, hatten die Schüler endlich Pause. Maria und Emma seilten sich etwas ab und aßen ihr Pausenbrot im Schatten einer großen Buche. Keine der Beiden wusste was die letzten Stunden geschehen war, denn sie hatten sich viel mehr Sorgen darum gemacht was heute Abend in der Mansonerry-street geschehen würde, und je länger sie überlegten desto mehr Fragen kamen dabei auf. Passiert dies nur Nachts? Was ist mit den Bewohnern dieser Straße? Was ist mit der Polizei, unternimmt diese etwa nichts? Sind nur bestimmte Menschen von diesem Phänomen betroffen? Die Beiden schauten sich fragend an und wussten nicht mehr weiter. Beide waren fertig mit den Nerven als die Schulglocke erneut ertönte um in den Unterricht zu locken. Sie packten ihre Pausensachen zusammen und standen auf als Emma im Augenwinkel etwas wahrnahm. Ein kleines Huschen, ein schwarzer Körper und etwas Helles was er bei sich trug. Sie wirbelte herum und suchte den Pausenhof ab. Maria drehte sich um. Ihre Magengrube zog sich zusammen als sie ihren Blick über den Schuhlhof streifen lies. Sie sah zu Emma. Diese stand wie zu Stein erstarrt da und machte keine Regung, nur ihre Augen suchten. Maria machte sich Sorgen und wollte einen Schritt auf ihre Freundin zu gehen, als sie einen Luftzug hinter sich fühlte. Ihr Rock hob sich leicht und eine Kälte wie sie Sie noch nie gespürt hatte kroch ihre Beine hinauf. Sie spannte ihre Muskeln an und sie bekam eine schreckliche Gänsehaut. Ihre Gedanken rasten, und doch konnte sie keinen einzigen Gedanken fassen. Ihre Hände krallten sich in ihren Rock und ihre Augen wurden feucht. Dann spürte sie Wärme an ihrer linken Hand und sie schrie auf. "MARIA! Erschreck mich nicht so!" fuhr sie Emma an, welche mit Finger in den Ohren leicht gebückt da stand und sie anschaute. Eh was? War das gerade nur Einbildung?, dachte sich Maria verwirrt. Emma schien in Ordnung zu sein, und auch das kalte Gefühl war nicht mehr zu spüren, zumindest glaubte sie das ...

Währendessen auf einer Straße. Ein kleines Kind spielte mit einen roten Ball. Er hüpfte auf und ab, auf und ab, auf und ab. Das Kind warf ihn in die Luft, sein Gesicht strahlte über beide Ohren. Ja, der Ball war neu und hatte seine Lieblingsfarbe, Rot. Der Ball berührte wieder den Boden, ohne etwas anderes im Sinn zu haben, und das Kind drehte sich um. Ein Schatten verdunkelte die Sonne und das Kind beschloss den Ball zu nehmen und hinein in das Haus zu gehen. Es hielt seinen neuen Ball fest in seinen Händen und lief los. Es wurde immer schneller und schneller, dann rannte das Kind, doch es kam einfach nicht zum Haus. Das Haus schien sich von dem Kind weg zu bewegen. Das kleine Kind mit dem roten Ball verzweifelte bald und Tränen flossen aus seinen Augen. Kurz bevor es das Haus erreichte, stürzte es und der Ball rollte alleine bis an die Stufen, welche zum sicheren Heim führten ...



ESCAPE THE TRUTH
Episode 003
writen by EMMA

"Lass uns wegfahren!!" Emma drehte sich um zu Maria. "Wie bitte!? Wegfahren? Wieso denn jetzt?" Emma schaute ziemlich skeptisch. "Na, weil ich finde dass wir beide eine Pause brauchen und außerdem finden wir ja sowieso nichts über diese Straße heraus." "So stimmt das ja nun auch wieder nicht ... wir sind zwar nicht groß weitergekommen, aber es sind bereits wieder Menschen verschwunden. Und das innerhalb einer Woche ... " bedrückt schaute sie auf ihre Schuhe. "Es ist einfach furchtbar. Diese Dinge geschehen andauernd und wir können rein gar nichts tun um es zu verhindern!" "Ich weiß ... es ist zum verzweifeln. Aber vielleicht haben wir bald mehr Glück. Hoffe ich jedenfalls ..." Maria nickte zustimmend in Emmas Richtung und lächelte freundlich, aber gequält.

Drei Tage später saßen sie beide in einer Kutsche die sie nach Sunisland bringen sollte. Ein kleines englisches Örtschaftchen, dass für seine vielen Sonnentage und den wunderbaren Strand bekannt ist. Zwar war Emma nur widerwillig mitgekommen, weil sie Thomas alleine lassen musste, doch als sie nun fast dort waren, schien es auch ihr zu gefallen. "Blas kein Trübsal, Emma! Mein Bruder passt auf Thomas auf. Da kann nichts passieren, glaub mir." "Ja, schon gut. Wird schon gut gehen." Die Kutsche hielt an und sie sahen sich um. "Also die Sonne haben sie heute nicht mitgebracht." Emma klang etwas schnäubisch. "Ach komm schon. Das wird noch. Wir sind eine Woche hier, an irgendeinem Tag wird die Sonne schon noch für uns lachen." Der Kutschenfahrer drehte sich zu ihnen um und bot seine Hilfe beim Gepäck rausholen an.
 



 

 



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